Zinseszins-Rechner: Was wird aus deinem ETF-Sparplan?
Beim Zinseszins wachsen nicht nur deine Einzahlungen, sondern auch die Erträge darauf. Gib Sparrate, Laufzeit und Rendite ein und sieh grob, was am Ende im Depot liegen könnte.
Zinseszins in einem Satz
Zinseszins heißt: Deine Erträge bringen selbst wieder Erträge. Im ersten Jahr wächst nur, was du eingezahlt hast. Im zweiten wächst auch, was im ersten dazugekommen ist. Über ein paar Jahre fällt das kaum auf. Über zwei, drei Jahrzehnte wird es zum größten Baustein deines Vermögens.
Bei einem ETF-Sparplan spricht man streng genommen nicht von Zinsen, sondern von Kursgewinnen und Ausschüttungen. Bei thesaurierenden ETFs werden Ausschüttungen automatisch wieder angelegt. Das Prinzip bleibt dasselbe.
Warum die Zeit wichtiger ist als die Summe
Der stärkste Faktor beim Zinseszins ist nicht die Höhe deiner Sparrate, sondern wie lange dein Geld arbeiten darf. Jedes zusätzliche Jahr am Ende der Laufzeit bringt mehr als das vorherige, weil es auf einem größeren Berg aufsetzt. Deshalb heißt der wichtigste Tipp: früh anfangen, auch mit kleinen Beträgen.
Ein Beispiel: Zwei Geschwister
Jana und ihr Bruder Felix legen beide 200 € im Monat in einen breit gestreuten Welt-ETF, bis sie 67 sind. Wir rechnen mit 5 % Rendite im Jahr nach Inflation, also in heutigem Geld.
Jana fängt mit 25 an. Sie zahlt in 42 Jahren rund 100.000 € ein, und am Ende liegen rund 325.000 € im Depot. Felix fängt mit 35 an. Er zahlt rund 77.000 € ein und kommt auf rund 181.000 €. Jana hat nur etwa 24.000 € mehr eingezahlt, aber rund 144.000 € mehr – die zehn frühen Jahre machen den Unterschied.
Welche Rendite ist realistisch?
Breit gestreute Aktienmärkte haben langfristig nach Inflation grob in einem Bereich um 5 % im Jahr gelegen. Das ist ein Durchschnitt über sehr lange Zeiträume, mit vielen schlechten Jahren dazwischen. Für die nächsten Jahrzehnte gibt es keine Garantie. Im Rechner kannst du die Rendite selbst einstellen – probier ruhig einen vorsichtigeren Wert aus.
Wichtig ist der Unterschied zwischen nominaler und realer Rendite. Nominal heißt vor Inflation, real heißt nach Inflation. Rechnest du real, bedeutet das Ergebnis, was es sagt: Kaufkraft in heutigem Geld. Alle Zahlen auf dieser Seite sind so gemeint.
Sparrate oder Laufzeit erhöhen?
Probier im Rechner beides aus. Eine höhere Sparrate erhöht das Ergebnis gleichmäßig. Eine längere Laufzeit erhöht es überproportional, weil gerade die letzten Jahre auf dem größten Betrag aufsetzen. Wer beides kombiniert – früh anfangen und den Sparplan mit jeder Gehaltserhöhung etwas anheben –, nutzt den Zinseszins am besten.
Was dein Ergebnis schmälert
- Kosten. Laufende Fondskosten und Ordergebühren knabbern jedes Jahr an der Rendite. Bei ETFs sind sie meist niedrig, aber über Jahrzehnte spürbar.
- Steuern. Der Rechner zeigt Werte vor Steuern. Wann und wie viel auf Erträge anfällt, hängt von deinem Land und der Art deines Fonds ab.
- Unterbrechungen. Wer den Sparplan in schwachen Börsenphasen stoppt oder verkauft, verpasst oft die Erholung. Ein Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto hilft, durchzuhalten.
Durchhalten ist der eigentliche Trick
Der Zinseszins belohnt vor allem Geduld. Die ersten Jahre wirken oft enttäuschend, weil das Depot kaum schneller wächst als deine Einzahlungen. Viele hören genau dann auf oder schichten ständig um. Wer den Sparplan einfach weiterlaufen lässt, erlebt irgendwann den Punkt, an dem die jährlichen Erträge größer sind als die eigenen Einzahlungen.
Vom Zinseszins zur Freiheit
Ein Endbetrag ist schön, aber was bedeutet er? Die spannendere Frage ist, ab wann dein Depot deine Ausgaben tragen kann. Wie groß es dafür sein muss, zeigt Wie viel Geld für finanzielle Freiheit. Wie sehr deine Sparquote den Weg verkürzt, erklärt der Sparquote-Rechner. Und wer schon früh genug angelegt hat, um danach nur noch das Wachstum arbeiten zu lassen, sollte sich Coast FIRE ansehen.
Häufige Fragen
Wie funktioniert der Zinseszins beim ETF-Sparplan?
Kursgewinne und wieder angelegte Ausschüttungen wachsen mit, sodass dein Vermögen nicht gleichmäßig, sondern immer schneller zunimmt. Bei thesaurierenden ETFs passiert das Wiederanlegen automatisch.
Was bringen 300 € im Monat in 25 Jahren?
Mit 5 % Rendite nach Inflation werden aus rund 90.000 € Einzahlungen etwa 172.000 € in heutigem Geld, vor Steuern. Eine Garantie ist das nicht.
Welche Rendite sollte ich im Rechner eingeben?
Viele rechnen für breit gestreute Aktien-ETFs mit rund 5 % nach Inflation. Wer vorsichtig planen will, setzt einen niedrigeren Wert ein.
Sind Steuern im Ergebnis enthalten?
Nein, der Rechner zeigt Werte vor Steuern. Was davon nach Steuern bleibt, hängt von deinen lokalen Regeln ab.
Lohnt sich ein Sparplan mit kleinen Beträgen?
Ja. Entscheidend ist vor allem die Zeit. Wer früh mit kleinen Beträgen beginnt, hat oft mehr als jemand, der später mit größeren startet.
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Veröffentlicht am · von Srofia