Wann kann ich aufhören zu arbeiten?
Unabhängig vom offiziellen Rentenalter: Du kannst aufhören, sobald dein angelegtes Vermögen deine Ausgaben tragen kann. Der Rechner unten schätzt, in welchem Alter das bei dir sein könnte.
Zwei Fragen, die oft verwechselt werden
„Wann kann ich in Rente gehen?“ und „Wann kann ich aufhören zu arbeiten?“ klingen gleich, sind es aber nicht. Die erste Frage beantworten deine Rentenversicherung und deine lokalen Regeln. Sie hängt an Beitragsjahren, Geburtsjahrgang und Gesetzen, die sich ändern können.
Die zweite Frage kannst du selbst beantworten. Sie hängt an deinem eigenen Vermögen: Sobald es groß genug ist, um deine Ausgaben dauerhaft zu tragen, bist du nicht mehr auf ein Gehalt angewiesen. Das kann deutlich vor dem offiziellen Rentenbeginn sein. Um diese zweite Frage geht es hier.
Was dein Alter bestimmt
Der Rechner fragt nach drei Dingen: wie alt du heute bist, wie viel du monatlich anlegst und was du monatlich ausgibst. Daraus schätzt er, in welchem Alter dein Vermögen reichen könnte – gerechnet ab null, also ohne bereits angelegtes Geld. Hast du schon etwas im Depot, bist du entsprechend früher dran. Das genaue Datum mit deinem Ersparten zeigt dir die App.
Drei Dinge lassen dein Alter sinken:
- Früher anfangen. Jedes Jahr, das dein Geld länger arbeitet, zählt doppelt. Wer mit 25 startet, hat einen großen Vorsprung vor jemandem, der mit 40 beginnt.
- Mehr anlegen. Gehaltserhöhungen direkt in den Sparplan zu lenken, ist einer der wirksamsten Tricks. Du merkst es im Alltag kaum.
- Weniger brauchen. Niedrigere Ausgaben senken dein Ziel und erhöhen gleichzeitig, was du sparen kannst.
Ein Beispiel: Miriam, 38
Miriam ist 38, Lehrerin in Freiburg, und hat 80.000 € in einem breit gestreuten ETF-Depot. Sie legt jeden Monat 1.500 € an und lebt von rund 2.600 €. Ihr Vermögen könnte ihre Ausgaben nach knapp 20 Jahren tragen – also mit etwa 57 oder 58.
Nach einer Beförderung erhöht sie den Sparplan um 300 € auf 1.800 €, ohne ihren Lebensstil zu ändern. Ihr Datum rückt damit um fast zwei Jahre nach vorn. Statt mit Ende 50 könnte sie mit etwa 56 aufhören – oder auf Teilzeit gehen, wann immer sie will.
Und die gesetzliche Rente?
Die lassen wir in der Rechnung bewusst weg. Sie ist ein eigenes Thema: Wann sie beginnt und wie hoch sie ausfällt, hängt von deinem Land, deinen Beitragsjahren und deinen lokalen Regeln ab. Wer früh aufhört, zahlt außerdem weniger ein, was die spätere Rente senkt. Eine Rentenauskunft deiner Versicherung gibt dir dazu belastbare Zahlen.
Für dich heißt das: Plane so, dass dein eigenes Vermögen allein reicht. Was die gesetzliche Rente später beisteuert, nimmt Druck aus deinem Depot – ein Puffer, auf den du nicht angewiesen bist.
Hilfreich ist es, beide Daten nebeneinanderzulegen: den offiziellen Rentenbeginn aus deiner Auskunft und dein eigenes Freiheitsdatum. Die Jahre dazwischen sind dein Spielraum. Je größer er ist, desto freier kannst du entscheiden, wie du sie füllst.
Woran du noch denken solltest
- Krankenversicherung nach dem Job. Sie muss in deine monatlichen Ausgaben hinein.
- Die ersten Jahre absichern. Fällt die Börse kurz nach deinem Ausstieg, müsstest du sonst zu tiefen Kursen verkaufen. Ein Polster für ein, zwei Jahre Ausgaben außerhalb des Depots nimmt diesen Druck.
- Steuern. Auch nach dem Ausstieg fallen auf deine Entnahmen Steuern an. Wie viel, hängt von deinem Land ab – im Zweifel lass dich beraten.
Aufhören muss nicht „ganz“ heißen
Viele stellen fest, dass sie gar nicht komplett aufhören wollen. Sie wollen nur nicht mehr müssen. Wenn ein Teil deines Lebens von einem Teilzeitjob getragen wird, sinkt das Vermögen, das du brauchst, deutlich. Wie das aussieht, zeigt der Barista-FIRE-Rechner. Wenn du ein festes Zeitfenster vor Augen hast, hilft dir die Seite finanzielle Freiheit in 10 Jahren. Und wenn du dein Datum jeden Tag näherrücken sehen willst: Das ist der Countdown bis zur Freiheit.
Häufige Fragen
Wann kann ich aufhören zu arbeiten, wenn ich keine Rente abwarten will?
Sobald dein angelegtes Vermögen deine Ausgaben dauerhaft tragen kann. Wann das ist, hängt an deiner Sparrate, deinen Ausgaben und dem, was du schon hast – der Rechner oben gibt dir eine erste Schätzung.
Wird die gesetzliche Rente berücksichtigt?
Nein, bewusst nicht. Sie folgt deinen lokalen Regeln und eigenen Fristen. Rechne mit deinem Vermögen allein und sieh die Rente als späteren Puffer.
Ich habe schon Geld angelegt. Warum rechnet der Rechner ab null?
Damit die Schätzung mit wenigen Feldern auskommt. Mit deinem Ersparten bist du früher am Ziel; das genaue Datum zeigt dir die App.
Was ist, wenn die Börse kurz vor meinem Ausstieg fällt?
Dann kann sich dein Datum nach hinten verschieben. Deshalb zeigt die App ein vorsichtiges, ein wahrscheinliches und ein optimistisches Datum, und viele planen einen kleinen Puffer ein.
Kann ich auch erst einmal Stunden reduzieren?
Ja, das ist für viele der realistischere Weg. Ein Teilzeitgehalt deckt einen Teil der Kosten, und dein Vermögen muss nur den Rest tragen.
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Vier Fragen – Alter, Erspartes, monatliche Sparrate und monatliche Ausgaben – und Untilfree zeigt dir ein Datum. Statt einer Schätzung ab null siehst du dein echtes Datum – mit dem, was du schon angelegt hast.
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Veröffentlicht am · von Srofia